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Mein Buch PART 1

Fight The Past

Du kannst nicht vor dir selbst fliehen

 

Vorwort

 

Mein Name ist David Stahnke. Bei meinen Freunden war ich eher mit dem Namen Dave bekannt und deshalb werde ich in den folgenden Kapiteln meiner Geschichte diesen Namen nutzen.

Aber was nützen Namen wenn man so wie ich Alles verloren hat. Vor Jahren war der Name Dave noch bekannt, aber er ist wie ein Stern verglüht.

Seit drei Jahren sitze ich nun schon in einem verdammten Loch das sich liebevoll Justizvollzugsanstalt nennt. Wie viele Jahre es noch sein werden habe ich mich auch schon oft gefragt. So etwas kann man schwer sagen wenn man das Urteil Lebenslänglich hört.

Nur der Fakt das es wohl noch eine Verhandlung geben wird hält am Leben. Der weitere Punkt der mich davor bewahrt es zu beenden ist mein Anwalt, der mir Hoffnung macht. Er arbeitet während mir hier nur die Möglichkeit bleibt Tag, Monat und Jahr zu zählen.

Einzig das Gericht weigert sich noch die Verhandlung nochmals zu beginngen, vielleicht aus Angst davor das ich mit meinem Anwalt eine mildere Strafe erziele. Keine Ahnung was die sich da oben denken.

Meine Anklage belief sich auf Handel mit Betäubungsmitteln, dreifachen Mord, mehrfache schwere Körperverletzung, unerlaubter Waffenbesitz, eine Vielzahl von Sachbeschädigungen und abschließend Gefährdung des Straßenverkehrs.

Meine Akte war so groß das sich der Richter dahinter hätte verstecken könen. Aber das schlimmste Übel war wie immer die Presse.

Die Überschriften reichten von "Berlins Bestie gefasst" bis hin zu "Dealen-Prügeln-Töten. Polizei beendet Ein-Mann-Mafia-Karriere"

Keiner erwähnte auch nur mit einer Silbe das ich nach meinem Rachefeldzug, oder meiner Selbstjustiz, wie auch immer man es nennen will, auf die Bullen am Tatort gewartet habe um mich zu stellen.

Na ja. Vielleicht bekommen wir ja in der zweiten Instanz etwas anderes hin als Lebenslang. Auf jeden Fall dürften die drei Jahre die ich jetzt schon hier bin angerechnet werden. Und ich habe mich auch gut geführt, nachdem meine Standpunkte den anderen gegenüber geklärt waren.

Ich sage nur das ich die Seife nicht aufheben mußte !

Da ich hier ja mein bisheriges Leben offenlege fange ich am Besten mit einer Kurzfassung bis zu meinem Aufstieg hin an. Das einzige Problem dabei ist das ich kaum Erinnerungen an meine Kindheit habe. Vielleicht hat es auch damit zu tun das ich sehr oft unter dem Einfluß von Drogen stand. Normalerweise hat man mit 29 Jahren noch nicht soviel Alzheimer.

Aufgewachsen bin ich in einem Heim, wo man zeitig lernt das nur der Stärkste überlebt. Meine Eltern kenne ich nichtmal von Fotos. Mit ungefähr zehn Jahren fing ich schon an zu rauchen und meinen ersten Joint zog ich mir mit dreizehn rein.

Da war der erste Grundstein in den Drogensumpf schon gelegt. Irgendwann fing ich an das Gras was drüber war zu einem teureren Preis als den des Einkaufs beim Dealer zu verkaufen. Ich machte manchmal gute Geschäfte.

Allerdings bekam es die Heimleitung nach zirka drei Jahren dann doch mit und hatte natürlich was dagegen. Ich muß in etwa sechzehn gewesen sein als ich dem Heimleiter im Streit die Nase brach und auf der Stelle rausflog.

Nach mehreren Nächten auf der Straße machte ich mich auf von Chemnitz nach Berlin. Es dauerte zwar eine ganze Weile weil mich keiner mitnehmen wollte aber ich schaffte es trotzdem.

In der Hauptstadt angekommen war ich vollkommen begeistert. Es war eine schillernde Metropole die nicht still stand. Hier gab es alle Kulturen auf einen Haufen und die Drogenszene war auch gut. Ab und zu hatte ich Glück etwas vom Gras teurer loszuwerden und kam irgendwie über die Runden. Alles funktionierte perfekt bis zu meinem ersten Kontakt mit Heroin.

Es war einer der größten Fehler die ich je begangen hatte. Ich war vollkommen außer Kontrolle und es machte mich unbewußt kaputt. Stundenlang war ich nur auf der Suche danach Kohle für den nächsten Schuß zu bekommen. Mehr als einmal mußte ich den bitteren Geschmack eines Absturzes kosten. Aber ich konnte nicht aufhören.

Das seltsame war das mir ein Dealer die Augen öffnete. Es fing mit ihm so an das er mir nichts mehr verkaufen wollte und das zu einem Zeitpunkt als es niemanden mehr gab wo ich etwas herbekommen hätte. Am nächsten Tag schleppte er mich in eine Klinik. Ich bekam es überhaupt nicht richtig mit, da ich genug mit den Entzugserscheinungen zu tun hatte. Als ich einigermaßen zu Sinnen kam erkannte ich das ich in einer Entzugsklinik gelandet war. Hier wurde ich mit anderen Medikamenten behandelt, damit mich das fehlende Heroin nicht vollkommen zerstört.

Der Dealer besuchte mich während meinem Entzug nur einmal. Danach sah ich ihn nie wieder. Heute weiß ich warum er nicht wiederkam und ich bereue es das ich ihm nicht für seinen Schritt gedankt habe. Sein Mut mich zu drehen hat ihn das Leben gekostet und ich denke das er die Gefahr kannte. Bewußt hatte er mich als seinen Kunden abgelehnt. Nach meiner Erfahrung im Geschäft ist es das schlimmste was ein Dealer tun kann.

Ich durchlebte zwei Jahre harte Tiefen und wenige Höhen. Es ging mit mir zu wie in einer Achterbahn. Aber ich schaffte es mit starkem Willen die Sucht nach Heroin loszuwerden und endlich clean zu werden. Ich schaffte sogar das Rauchen aufzugeben. Na ja. Angefangen hab ich es trotzdem wieder aber ich nahm keine Drogen mehr. Ab und zu noch ein Bier aber keine anderen Rauschgifte mehr.

Als sauberer Mensch hatte ich aber keinen anderen Blödsinn im Kopf als mich den Drogen gegenüberzustellen. Wenn man es so bezeichnen möchte ließ ich den King raushängen und kam über mehrere Kontakte an einen Dealer namens Mohammed. Ich arbeitete nach etwas Überzeugungsarbeit für ihn.

Ich machte mit diesem Schritt eigentlich schon wieder einen Fehler aber das war mir in dem Moment egal. Nur um Geld zu verdienen und um mir selbst etwas zu beweisen vertickte ich das Zeug. Gegen das Zeug anzukämpfen wenn man es in der Hand hielt. Das Gefühl stärker zu sein und "Nein" zu sagen war es was mich unter anderem dazu brachte.

Mohammed zahlte verdammt gut wenn man keine Fragen stellte sondern einfach nur überzeugend arbeitete. Und das tat ich.

Mit 20 Jahren war ich aufgestiegen zu Mohammeds rechter Hand. Ich lieferte das Zeug an seine Straßendealer aus und strich die Tageseinnahmen ein. Es war wie ein Traum den ich in diesen Jahren durchlebte. Ich konnte mir ein Leben wie ein Rentner oder Lottogewinner leisten. Meine Wohnung war riesig, fast schon ein halbes Haus. Mein Schrank war mit den feinsten Klamotten gefüllt und ich hatte einen getunten BMW M3 als sogenanntes Dienstauto. Die Kiste hatte allen möglichen überflüssigen Kram eingebaut um damit protzen zu können. Ich war stolz auf dieses Auto.

Der Vorteil an dem allen lag dann jeden Abend aufs neue in meinem Bett. Frauen. Mein Gott hatte ich Frauen. Manche waren wunderschön und ich wechselte sie trotzdem wie meine Unterhosen. Jetzt würde mir in diesem verdammten Loch hier eine reichen, ich meine das man das nach drei Jahren ohne Sex sagen kann. Ich vermisse es neben einer Frau aufzuwachen. Hier wachst du auf und sagst der Wand zuerst

"Guten Morgen, du siehst ja wieder fantastisch aus."

Wäre ich alleine auf der Zelle dann würde ich warscheinlich Selbstgespräche führen, aber ich habe einen Insassen mit hier drin. Er ist ganz ok und er hat mir auch schon ein paar Mal den Rücken frei gehalten als mir einer zu nahe kommen wollte. Er ist auch einer der wenigen die nicht versucht haben mich zum Sex zu überreden. Liegt vielleicht auch daran das er noch nicht so lange hier drin ist und nur eine Geldstrafe absitzt. Nun gut. Dann mal wieder zu mir zurück.

Ich zog meine Schiene ein paar Jahre so durch. Und ausgerechnet vor meiner Inhaftierung wurde ich im Bezug auf Frauen auch ruhiger. Nun irgendwann ist der Spieltrieb wohl auch mal vorbei. Sechs Jahre lang tobte ich mich aus aber ich lernte dann auch mal jemanden zu lieben. Ja man glaubt es kaum. Es entwickelten sich irgendwann dann doch mal Gefühle wie Zuneigung und das Bedürfniss nach Nähe. Aber auf dieses Thema gehe ich im späteren Verlauf noch intensiver ein.

Das eigentliche Übel fing im Spätsommer 2006 an. Das war die Zeit in der ich ziemlich schnell begreifen mußte das man tiefer fällt je höher man steht. In diesem verdammten Sommer verlor ich die Kontrolle über mein Handeln erneut. Es lief Alles aus den Rudern was voher immer funktionierte.

Heute bereue ich das ich nicht die Augen aufbekommen habe bevor es zu spät war. Ohne meine beschissene Blindheit wäre anderen Personen und mir eine Menge Leid erspart geblieben. Ein einziger Tag war es der meinen Untergang so gut wie besiegelte. Der Rest der ganzen Scheiße die ich gebaut habe waren Folgefehler aus diesem einen.

Muß das erste Kapitel dann wohl doch eher morgen beginnen weil in diesem Laden hier die Lichter um 22 Uhr ausgemacht werden und ohne Licht schreibt es sich schlecht.....

25.9.09 12:39
 


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